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20. 01. 2012
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Die zehn meisten ????? bei Berwerbungsgesprächen 2012

Kategorien: Ausbildungsplätze 2012, Berufsbilder, Bewerbungstipps, Lehrstellen 2012, Sonstiges

1. Erzählen was von dir!

Leitet dein  Interviewer das Gespräch damit ein, er wolle dir einige "Fragen" stellen, und sagt er dann "Erzählen Sie mir etwas über sich…", solltest du auf keinen Fall erwidern: "Genau genommen ist dies keine Frage". Damit hättest du das Spiel bereits verloren.

Spitzfindigkeiten eines Oberschlauen sind im Vorstellungsgespräch fehl am Platz – und übrigens nicht nur hier.

Auf die Aufforderung "Erzählen Sie…" sollte kein Roman vom Tag Ihrer Geburt bis heute folgen, es geht nicht darum, deine Biografie zu präsentieren. Der Gesprächspartner möchte wissen, ob du in der Lage bist, die Eckpunkte herauszufiltern, welche Eckpunkte dies sind, und was für dich von Bedeutung ist.

Mache dich auf Unterbrechungen gefasst. Ein Nachhaken mit "warum?" und "können Sie das erklären?" ist nicht ungewöhnlich und dient vor allem dazu festzustellen, ob du "dein Thema" beherrschen und ob du dich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Was  du vorher  tun kannst:

  • Schreibe dir  einige Tage vor dem Termin wichtige Eckpunkte auf. Wähle auch solche aus, die aus Sicht des potenziellen Arbeitgebers wichtig sein könnten.
  • Notiere dir neben jedem Punkt deiner endgültigen Liste ein Stichwort und ein Verb.
  • Am Ende simulierst du  – am besten laut oder idealerweise mit einem Bekannten, der die Rolle des Interviewers spielt – die Antwort auf die Aufforderung, ein wenig "von sich zu erzählen".

2. Warum hast du dich beworben?

Hier geht es in erster Linie darum festzustellen, ob der Bewerber seine Hausaufgaben gemacht hat. Wenn du dich im Vorfeld mit der Firmengeschichte, der Firmenpolitik, den Leitlinien und der Vision befasst hast (über die Website, Imagebroschüren, sonstige Publikationen…), kannst du  eine Verbindung zu den Schwerpunkten in deiner Qualifikation und Stärke herstellen. 

Beispiel: Ein über einhundertjähriges traditionsreiches Unternehmen, das auf nachhaltige Innovation setzt, ist für dich  der ideale Arbeitgeber, wenn du dich als Forschungsingenieur mit dem Thema Nachhaltigkeit identifizieren. Dass du  die ausgeschriebene Aufgabe als interessant erachtest, versteht sich von selbst – sonst hättest du dich ja nicht beworben.

Was du vorher tun kannst:

  • Arbeite dir  alles, was du  über die Firma bekommen kannst, konsequent durch und notiere dir  das, was diese Firma ausmacht.
  • Liste  die Punkte in deiner  Person (Stärken, bisherige Leistungen usw.), die dazu passen.
  • Stelle dir  die Verbindung her und skizziere dir  einen Entwurf deiner  Antwort (keine fertigen Sätze aufschreiben).

Übrigens: Diese Frage wird in vielfältigen Abwandlungen gestellt, zum Beispiel: Warum sind wir als Unternehmen für Sie interessant? Warum ist Ihrer Meinung unser Unternehmen der richtige / passende Arbeitgeber für Sie?

 

3. Aus welchem Grund willst du  dich bewerben?

Ziel dieser Frage ist zu ermitteln, ob du als Arbeitnehmer Durchhaltevermögen hast oder rasch die Flinte ins Korn werfen und lieber einen neuen Job suchst, sobald sich Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten ergeben. Ebenso könnten Konflikte an deinem bisherigen Arbeitsplatz die Ursache für deinen Wunsch nach einem Wechsel sein. Dies solltest du auf keinen Fall erwähnen.

Erkläre, dass du dir neue berufliche Ziele gesetzt hast sowie neue Herausforderungen suchst, und gehe gezielt auf einzelne Punkte des in der Stellenausschreibung genannten Aufgabengebiets ein.

Was du vorher tun kannst:

  • Gehe die Stellenausschreibung systematisch durch und filtere 2-3 Kernpunkte heraus.
  • Formuliere  konkrete Ziele, die zu diesen Punkten passen.

 
4. Was wissen du über unser Unternehmen / unsere Firma?

Auch hier geht es darum zu prüfen, wie intensiv du dich mit dem potenziellen Arbeitgeber im Vorfeld befasst haben.

Was du vorher  tun kannst:

  • Sammele im Vorfeld alle Informationen zum Unternehmen
  • Strukturiere die gesammelten Daten: Branchen, Firmenhistorie (Eckpunkte), Philosophie, Produktpalette, Dienstleistungsangebot, Wirtschaftskennziffern usw.
  • Markiere Wichtiges mit einem Leuchtmarker, um es hervorzuheben

5. Was möchtest du  in drei (fünf oder zehn) Jahren erreicht haben?

Der Personaler will mit dieser Frage erkunden, inwieweit du dir  Gedanken über deine Zukunft machst, ob du  Perspektiven entwickelt hast  und – wie der Volksmund sagt – einen Plan hast.

Wichtig wäre jedoch hervorzuheben, dass sich dein "Plan" mit den Vorstellungen des Unternehmens deckt. Dabei musst du  jedoch auch zum Ausdruck bringen, dass du  flexibel und für "Interessantes offen" bist.

Was du vorher  tun kannst:

  • Skizziere  3-, 5- und 10-Jahrespläne auf einem Zeitstrahl.
  • Halten  die Eckpunkte fest.
  • Stellen  die Verbindung zu konkreten Punkten aus der Beschreibung des Aufgabengebiets her

6. Warum denkst du, die richtige Besetzung für diese Stelle zu sein?

Mit dieser beliebten Stressfrage will der Personaler sehen, wie du  reagierst. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren. Erwähnen deine Qualifikation, wichtige Aspekte deines Profils und stelle  dabei die Verbindung zu einzelnen Punkten des ausgeschriebenen Aufgabengebiets her. 

Dabei kannst du  auch sagen, dass du dich  durchaus mit der Firmenphilosophie des Unternehmens identifizieren kannst.

Was du vorher  tun kannst:

  • Gehe die Stellenausschreibung systematisch durch und notieren dir die einzelnen Punkte des Anforderungsprofils in tabellarischer Form auf der linken Seite eines Blatts.
  • Prüfe bei jedem Punkt, was du jeweils zu bieten haben.
  • Das Ergebnis deines Abgleichs trägst du  dann jeweils in der rechten Spalte deiner Tabelle ein.

Je mehr Punkte der Anforderungsliste aus der Anzeige mit einer Entsprechung aus deinem "Kompetenzkonto" versehen sind, desto grösser ist die Chance, dass der ausgeschriebene Job für dich in Frage kommt. Dies solltest du dann so präzise und sachlich wie möglich darlegen.

7. Was sind deine persönlichen Stärken und Schwächen?

Bei den Stärken ist ein ausgeprägtes "ungesundes" Selbstbewusstsein fehl am Platz. Aussagen wie "ich arbeite fehlerfrei" oder gar "ich bin der Beste, den Sie auf dem Gebiet kriegen können" sind absolut tabu. Hier gilt es vor allem zu zeigen, dass du  (bedacht) selbstbewusst und dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung reagieren.

Gerade bei dieser Frage ist es angebracht zu erwähnen, dass du  gut mit Stress zurechtkommen kannst, zuverlässig bist und mit großem Interesse Neues lernen kannst.

Auch bei den Schwächen ist sozusagen mit Maß und Ziel zu antworten: Eine allzu ausgeprägte Ehrlichkeit könnte schaden. Meiden Sie abgedroschene Antworten wie "ich bin ungeduldig" oder "ich neige zu Perfektionismus" – das bekommen die Personaler tagtäglich zu hören.

Was du vorher  tun kannst:

  • Überlegen dir – passend zu deinem Profil – verbesserungswürdige "Schwachpunkte", die beispielsweise durch eine Bildungsmaßnahme korrigiert werden können. Beispiele: unzureichende Kenntnisse einer PC-Anwendung oder einer Fremdsprache.
  • Bei den "Soft Skills" kannst du  die Schwäche relativieren, indem du Formulierungen wie beispielsweise "ich bin gelegentlich etwas zu …" wähle

8. Was stört dich am meisten an anderen Menschen und wie gehst du damit um?

Hier geht es nicht darum, als Weltverbesserer aufzutreten. Ebenso wenig solltest du  die Antwort auf sich beziehen (z.B.: "Ich kann es nicht leiden, wenn man mich unterbricht"). 

Themen, die zur Kategorie "Peinliches" (schwitzende Menschen oder solche, die einen schlechten Atem haben) sowie aktuelle politische oder sozialkritische Themen solltest du  vermeiden:  Du kannst dich ungewollt aufs Glatteis begeben.

Vielmehr gilt es hier, einen Punkt zu nennen, der interessant, wichtig und doch unverfänglich genug ist.

Was du vorher  tun kannst:

  • Schreibe dir  2-3 Punkte (Beispiele: Intoleranz, mangelndes Engagement).
  • Überlegen dir eine Begründung.
  • Skizziere dir, wie du damit umgehst. Hierzu wählst du  Formulierungen wie zum Beispiel: "Ich habe gelegentlich Schwierigkeiten mit … klarzukommen". (Nicht "ich kann nicht leiden, es stört mich massiv, ich verabscheue…" und ähnliche harte Worte)

9.  Was würdest du gerne verdienen?

Diese Frage kann Ihnen sowohl beim ersten oder beim zweiten Gespräch gestellt werden. Nenne in jedem Fall eine Bandbreite, z.B. zwischen 40.000 und 45.000 Euro. 

 Dusolltest allerdings in der Lage sein, deine Gehaltsvorstellung zum Beispiel durch deine Qualifikation zu begründen. Zeigen dich verhandlungsbereit: Bei niederem Einstiegsgehalt ist eventuell am Ende der erfolgreichen Einarbeitung der Sprung etwas großzügiger bzw. neu verhandelbar.

Was du vorher  tun kannst:

  • Informieren dich  über das branchenübliche Gehaltsniveau.
  • Berücksichtige bei der Nennung deines Gehaltswunsches auch, ob es sich um eine kleinere Firma oder einen grossen Konzern handelt, der einen Tarifvertrag anwendet

10. Was machst du in Ihrer Freizeit?

Die Frage klingt ganz unscheinbar, ihre Beantwortung hat allerdings ihre Tücken.

Wenn du glaubst, dass deine Antwort "Nichts, ich bin ein Arbeitstier" nützt, irrst du dich: Das ist kontraproduktiv.

Grundsätzlich genügen ein bis zwei Angaben, denn es geht nicht darum, dein aktives Freizeitverhalten zu dokumentieren. Denke daran, dass Personalsachbearbeiter stets deuten und Schlüsse ziehen. Wenn du  beispielsweise "einsame Waldläufe" angibst, wird es  wahrscheinlich als wenig kontaktfreudig eingeschätzt, wodurch du für eine Aufgabe im Team wenig geeignet wärst. Übst du  dagegen eine Mannschaftssportart aus, sagt dies einiges über deine Teamfähigkeit aus.

Aber auch hier gilt: nicht flunkern, sondern bei der Wahrheit bleiben.

Was du vorher  tun kannst:

  • Schreibe deine Hobbys und Freizeitaktivitäten auf .
  • Überlegen dir, was ein Personaler damit assoziieren könnte. Möglicherweise findest du  hierzu auch Informationen im Internet.
  • Suche  die Freizeitbetätigung aus, die am unverfänglichsten ist.
  • Ideal ist natürlich eine ehrenamtliche Betätigung.