Die zehn meisten ????? bei Berwerbungsgesprächen 2012
Kategorien: Ausbildungsplätze 2012, Berufsbilder, Bewerbungstipps, Lehrstellen 2012, Sonstiges
1. Erzählen was von dir!
Leitet dein Interviewer das Gespräch damit ein, er wolle dir einige "Fragen" stellen, und sagt er dann "Erzählen Sie mir etwas über sich…", solltest du auf keinen Fall erwidern: "Genau genommen ist dies keine Frage". Damit hättest du das Spiel bereits verloren.
Spitzfindigkeiten eines Oberschlauen sind im Vorstellungsgespräch fehl am Platz – und übrigens nicht nur hier.
Auf die Aufforderung "Erzählen Sie…" sollte kein Roman vom Tag Ihrer Geburt bis heute folgen, es geht nicht darum, deine Biografie zu präsentieren. Der Gesprächspartner möchte wissen, ob du in der Lage bist, die Eckpunkte herauszufiltern, welche Eckpunkte dies sind, und was für dich von Bedeutung ist.
Mache dich auf Unterbrechungen gefasst. Ein Nachhaken mit "warum?" und "können Sie das erklären?" ist nicht ungewöhnlich und dient vor allem dazu festzustellen, ob du "dein Thema" beherrschen und ob du dich nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Was du vorher tun kannst:
- Schreibe dir einige Tage vor dem Termin wichtige Eckpunkte auf. Wähle auch solche aus, die aus Sicht des potenziellen Arbeitgebers wichtig sein könnten.
- Notiere dir neben jedem Punkt deiner endgültigen Liste ein Stichwort und ein Verb.
- Am Ende simulierst du – am besten laut oder idealerweise mit einem Bekannten, der die Rolle des Interviewers spielt – die Antwort auf die Aufforderung, ein wenig "von sich zu erzählen".
2. Warum hast du dich beworben?
Hier geht es in erster Linie darum festzustellen, ob der Bewerber seine Hausaufgaben gemacht hat. Wenn du dich im Vorfeld mit der Firmengeschichte, der Firmenpolitik, den Leitlinien und der Vision befasst hast (über die Website, Imagebroschüren, sonstige Publikationen…), kannst du eine Verbindung zu den Schwerpunkten in deiner Qualifikation und Stärke herstellen.
Beispiel: Ein über einhundertjähriges traditionsreiches Unternehmen, das auf nachhaltige Innovation setzt, ist für dich der ideale Arbeitgeber, wenn du dich als Forschungsingenieur mit dem Thema Nachhaltigkeit identifizieren. Dass du die ausgeschriebene Aufgabe als interessant erachtest, versteht sich von selbst – sonst hättest du dich ja nicht beworben.
Was du vorher tun kannst:
- Arbeite dir alles, was du über die Firma bekommen kannst, konsequent durch und notiere dir das, was diese Firma ausmacht.
- Liste die Punkte in deiner Person (Stärken, bisherige Leistungen usw.), die dazu passen.
- Stelle dir die Verbindung her und skizziere dir einen Entwurf deiner Antwort (keine fertigen Sätze aufschreiben).
Übrigens: Diese Frage wird in vielfältigen Abwandlungen gestellt, zum Beispiel: Warum sind wir als Unternehmen für Sie interessant? Warum ist Ihrer Meinung unser Unternehmen der richtige / passende Arbeitgeber für Sie?
3. Aus welchem Grund willst du dich bewerben?
Ziel dieser Frage ist zu ermitteln, ob du als Arbeitnehmer Durchhaltevermögen hast oder rasch die Flinte ins Korn werfen und lieber einen neuen Job suchst, sobald sich Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten ergeben. Ebenso könnten Konflikte an deinem bisherigen Arbeitsplatz die Ursache für deinen Wunsch nach einem Wechsel sein. Dies solltest du auf keinen Fall erwähnen.
Erkläre, dass du dir neue berufliche Ziele gesetzt hast sowie neue Herausforderungen suchst, und gehe gezielt auf einzelne Punkte des in der Stellenausschreibung genannten Aufgabengebiets ein.
Was du vorher tun kannst:
- Gehe die Stellenausschreibung systematisch durch und filtere 2-3 Kernpunkte heraus.
- Formuliere konkrete Ziele, die zu diesen Punkten passen.
4. Was wissen du über unser Unternehmen / unsere Firma?
Auch hier geht es darum zu prüfen, wie intensiv du dich mit dem potenziellen Arbeitgeber im Vorfeld befasst haben.
Was du vorher tun kannst:
- Sammele im Vorfeld alle Informationen zum Unternehmen
- Strukturiere die gesammelten Daten: Branchen, Firmenhistorie (Eckpunkte), Philosophie, Produktpalette, Dienstleistungsangebot, Wirtschaftskennziffern usw.
- Markiere Wichtiges mit einem Leuchtmarker, um es hervorzuheben
5. Was möchtest du in drei (fünf oder zehn) Jahren erreicht haben?
Der Personaler will mit dieser Frage erkunden, inwieweit du dir Gedanken über deine Zukunft machst, ob du Perspektiven entwickelt hast und – wie der Volksmund sagt – einen Plan hast.
Wichtig wäre jedoch hervorzuheben, dass sich dein "Plan" mit den Vorstellungen des Unternehmens deckt. Dabei musst du jedoch auch zum Ausdruck bringen, dass du flexibel und für "Interessantes offen" bist.
Was du vorher tun kannst:
- Skizziere 3-, 5- und 10-Jahrespläne auf einem Zeitstrahl.
- Halten die Eckpunkte fest.
- Stellen die Verbindung zu konkreten Punkten aus der Beschreibung des Aufgabengebiets her
6. Warum denkst du, die richtige Besetzung für diese Stelle zu sein?
Mit dieser beliebten Stressfrage will der Personaler sehen, wie du reagierst. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren. Erwähnen deine Qualifikation, wichtige Aspekte deines Profils und stelle dabei die Verbindung zu einzelnen Punkten des ausgeschriebenen Aufgabengebiets her.
Dabei kannst du auch sagen, dass du dich durchaus mit der Firmenphilosophie des Unternehmens identifizieren kannst.
Was du vorher tun kannst:
- Gehe die Stellenausschreibung systematisch durch und notieren dir die einzelnen Punkte des Anforderungsprofils in tabellarischer Form auf der linken Seite eines Blatts.
- Prüfe bei jedem Punkt, was du jeweils zu bieten haben.
- Das Ergebnis deines Abgleichs trägst du dann jeweils in der rechten Spalte deiner Tabelle ein.
Je mehr Punkte der Anforderungsliste aus der Anzeige mit einer Entsprechung aus deinem "Kompetenzkonto" versehen sind, desto grösser ist die Chance, dass der ausgeschriebene Job für dich in Frage kommt. Dies solltest du dann so präzise und sachlich wie möglich darlegen.
7. Was sind deine persönlichen Stärken und Schwächen?
Bei den Stärken ist ein ausgeprägtes "ungesundes" Selbstbewusstsein fehl am Platz. Aussagen wie "ich arbeite fehlerfrei" oder gar "ich bin der Beste, den Sie auf dem Gebiet kriegen können" sind absolut tabu. Hier gilt es vor allem zu zeigen, dass du (bedacht) selbstbewusst und dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung reagieren.
Gerade bei dieser Frage ist es angebracht zu erwähnen, dass du gut mit Stress zurechtkommen kannst, zuverlässig bist und mit großem Interesse Neues lernen kannst.
Auch bei den Schwächen ist sozusagen mit Maß und Ziel zu antworten: Eine allzu ausgeprägte Ehrlichkeit könnte schaden. Meiden Sie abgedroschene Antworten wie "ich bin ungeduldig" oder "ich neige zu Perfektionismus" – das bekommen die Personaler tagtäglich zu hören.
Was du vorher tun kannst:
- Überlegen dir – passend zu deinem Profil – verbesserungswürdige "Schwachpunkte", die beispielsweise durch eine Bildungsmaßnahme korrigiert werden können. Beispiele: unzureichende Kenntnisse einer PC-Anwendung oder einer Fremdsprache.
- Bei den "Soft Skills" kannst du die Schwäche relativieren, indem du Formulierungen wie beispielsweise "ich bin gelegentlich etwas zu …" wähle
8. Was stört dich am meisten an anderen Menschen und wie gehst du damit um?
Hier geht es nicht darum, als Weltverbesserer aufzutreten. Ebenso wenig solltest du die Antwort auf sich beziehen (z.B.: "Ich kann es nicht leiden, wenn man mich unterbricht").
Themen, die zur Kategorie "Peinliches" (schwitzende Menschen oder solche, die einen schlechten Atem haben) sowie aktuelle politische oder sozialkritische Themen solltest du vermeiden: Du kannst dich ungewollt aufs Glatteis begeben.
Vielmehr gilt es hier, einen Punkt zu nennen, der interessant, wichtig und doch unverfänglich genug ist.
Was du vorher tun kannst:
- Schreibe dir 2-3 Punkte (Beispiele: Intoleranz, mangelndes Engagement).
- Überlegen dir eine Begründung.
- Skizziere dir, wie du damit umgehst. Hierzu wählst du Formulierungen wie zum Beispiel: "Ich habe gelegentlich Schwierigkeiten mit … klarzukommen". (Nicht "ich kann nicht leiden, es stört mich massiv, ich verabscheue…" und ähnliche harte Worte)
9. Was würdest du gerne verdienen?
Diese Frage kann Ihnen sowohl beim ersten oder beim zweiten Gespräch gestellt werden. Nenne in jedem Fall eine Bandbreite, z.B. zwischen 40.000 und 45.000 Euro.
Dusolltest allerdings in der Lage sein, deine Gehaltsvorstellung zum Beispiel durch deine Qualifikation zu begründen. Zeigen dich verhandlungsbereit: Bei niederem Einstiegsgehalt ist eventuell am Ende der erfolgreichen Einarbeitung der Sprung etwas großzügiger bzw. neu verhandelbar.
Was du vorher tun kannst:
- Informieren dich über das branchenübliche Gehaltsniveau.
- Berücksichtige bei der Nennung deines Gehaltswunsches auch, ob es sich um eine kleinere Firma oder einen grossen Konzern handelt, der einen Tarifvertrag anwendet
10. Was machst du in Ihrer Freizeit?
Die Frage klingt ganz unscheinbar, ihre Beantwortung hat allerdings ihre Tücken.
Wenn du glaubst, dass deine Antwort "Nichts, ich bin ein Arbeitstier" nützt, irrst du dich: Das ist kontraproduktiv.
Grundsätzlich genügen ein bis zwei Angaben, denn es geht nicht darum, dein aktives Freizeitverhalten zu dokumentieren. Denke daran, dass Personalsachbearbeiter stets deuten und Schlüsse ziehen. Wenn du beispielsweise "einsame Waldläufe" angibst, wird es wahrscheinlich als wenig kontaktfreudig eingeschätzt, wodurch du für eine Aufgabe im Team wenig geeignet wärst. Übst du dagegen eine Mannschaftssportart aus, sagt dies einiges über deine Teamfähigkeit aus.
Aber auch hier gilt: nicht flunkern, sondern bei der Wahrheit bleiben.
Was du vorher tun kannst:
- Schreibe deine Hobbys und Freizeitaktivitäten auf .
- Überlegen dir, was ein Personaler damit assoziieren könnte. Möglicherweise findest du hierzu auch Informationen im Internet.
- Suche die Freizeitbetätigung aus, die am unverfänglichsten ist.
- Ideal ist natürlich eine ehrenamtliche Betätigung.

