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05. 07. 2010
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Abi oder Ausbildung?

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Kategorien: Sonstiges

Vor genau 7 Jahren hatte ich eine Wahl zu treffen, von der ich mir bis heute nicht sicher bin, ob sie die Richtige war.
Damals hatte ich gerade die Realschule mit einem ordentlichen Durchschnitt beendet und fragte mich: "Und was jetzt?" "Abitur, keine Frage" war der einzige konstruktive Beitrag meiner Eltern, keine schlagkräftigen Argumente - keine Diskussion.
Natürlich bin und war ich selbständig genug um für mich selber zu entscheiden wo es hingehen sollte. Abi bedeutete mehr Freizeit, aber ich müsste noch weitere 3 Jahre die Schulbank drücken und mich mit unglaublich "interessanten" Themen wie Musikgeschichte, die Fortpflanzungsorgane der Laubfrösche oder Stochastik rumärgern...Zeitverschwendung!,
und außerdem haben Realschüler erfahrungsgemäß sowieso "wenig Überlebenschancen auf dem Gymnasium".
Das waren zumindest die Worte meines Realschullehrers, netter Kerl, er mochte mich nicht besonders.

Eine Ausbildung bedeutete jeden Tag arbeiten, Verantwortung und viel weniger Urlaub. Aber, SOFERN man sich über Berufe informierte und nicht einfach ziellos Bewerbungen abschickte, hätte man tatsächlich Ausbildungen finden können, die einem sogar Spaß machen könnten und zu der man gerne jeden Tag hingeht. Traumhafte Vorstellung zu wissen wofür man das alles macht...
Im Endeffekt habe ich mich meinen Eltern gebeugt und Abitur gemacht, und dass auch gar nicht mal so schlecht. Von den 20 Realschülern die in der 11. Klasse aufs Gymnasium gewechselt waren, schafften es 13, und von 79 Schülern insgesamt ist dann nur einer durchs Abitur gefallen, und derjenige war schon immer auf dem Gymnasium.

Warum ich mir aber jetzt, gefühlte 20 Jahre später, am Ende eines Studiums in Medienwirtschaft, die Frage stelle, ob der Weg den ich gegangen bin, der Richtige war liegt auf der Hand: Eine Ausbildung im Bereich Marketing, Kommunikation oder Werbung wäre sicherlich für mein Studium sinnvoller gewesen als das Abitur auf einem humanistischen Gymnasium... Erst das Fachabitur mit der Ausbildung zusammen, dann genau das gleiche Studium in Medienwirtschaft. So habe ich es verpasst, mir wichtiges (Praxis)- Wissen anzueignen, was mir jetzt und das ganze Studium über sicherlich geholfen hätte.
Man war jung und dachte nicht soweit, was vielleicht in 4 Jahren sein könnte, ihr könnt es anders machen.
Ich hoffe ich konnte euch ein wenig inspirieren!